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Neuer TGV M startet Paris–Marseille: Sorgen macht der Barwagen

Der TGV M, Frankreichs lange verspäteter neuer Hochgeschwindigkeitszug, hat die ersten Fahrgäste von Paris nach Marseille gebracht. Sitze und Ruhe überzeugen, der Barwagen könnte stauen.

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The new TGV M high-speed train standing at a platform in Paris before its first commercial trip to Marseille.
Bild: BFM BUSINESS

Der TGV M hat endlich zahlende Fahrgäste befördert. Am Freitag, 6. November, absolvierte Frankreichs neuer Hochgeschwindigkeitszug seine erste planmäßige Fahrt von Paris nach Marseille. Ein Reporter an Bord sagt, es fühle sich an wie ein ganz anderer Zug.

Was ist passiert?

SNCF Voyageurs (der französische Bahnbetreiber) hat den Zug auf der Strecke Paris–Marseille in Betrieb genommen. Gebaut hat ihn Alstom in Koproduktion mit der SNCF. Dem Personal war der Stolz anzusehen: Lokführer Daniel nannte es nach monatelanger Schulung einen großen Tag.

Das Warten war lang. Die SNCF bestellte 2018 100 dieser Züge, doch Verzögerungen bei Tests und Zulassung warfen sie 2024 zurück.

Wie ist es an Bord?

Der klare Pluspunkt ist der Komfort. Die Sitze sind breiter und mit einem Netzstoff bezogen, der sich der Form deines Rückens anpasst: blaugrau in der zweiten Klasse, bordeauxrot in der ersten. Es gibt mehr Beinfreiheit, in beiden Klassen eine verstellbare Kopfstütze und einen Klapptisch, dessen einen Teil du nur für dein Handy nutzen kannst.

Das sperrige Lüftungsgitter am Fenster ist weg, sodass du endlich den Ellbogen ablegen kannst. Die Luft strömt jetzt oben am Fenster ein und lässt sich an die Zahl der Fahrgäste anpassen. Laut Projektleiter David Goeres spart das im Schnitt rund 5 % Energie.

Gepäckablagen, Toiletten und Fahrradstellplätze sind größer, und die Kabine wirkt leiser, mit weniger Vibrationen. Rollstuhlfahrer können in einigen Wagen mit Hebebühnen allein einsteigen. Eine Fahrgästin, Danielle, sagte, es „verändert alles“.

Was könnte schiefgehen?

Die schmalen Treppen zwischen Unter- und Oberdeck könnten verstopfen. Das gilt auch für die Fahrradbereiche direkt an den Türen. Die Sitznummern ragen seitlich aus den Sitzen heraus, du könntest also mit der Schulter daran hängen bleiben.

Die größte Sorge gilt dem zweistöckigen Barwagen. Er sieht spektakulär aus, ist aber Selbstbedienung, mit einer schmalen Treppe hinunter zum Shop. Die SNCF sagt, dass immer zwei Baristas im Dienst sind. Doch das Starprodukt, das Croque-Monsieur, lässt sich nur auf einem Grill erhitzen, den nur ein Barista bedienen darf. Bei den Abfahrten zu Spitzenzeiten in den Ferien dürften sich Schlangen bilden.

Wie geht es weiter?

SNCF Voyageurs hat derzeit sechs TGV M im Direktverkehr nach Marseille. Gegen Jahresende kommen weitere dazu, die bis Nizza an der Côte d'Azur weiterfahren. Anfang 2027 sollen die Züge auch die Alpen bedienen.

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