Berliner Amateurklub wirbt jetzt für Uganda – für unter 10.000 Euro
Ein Achtligist aus Berlin-Pankow ist jetzt Tourismusbotschafter für Uganda – wie einst der FC Bayern für Ruanda. Nur die Summe ist deutlich kleiner.

Der FC Arsenal macht es. Der FC Bayern hat es gemacht. Und jetzt wirbt auch der VfB Einheit zu Pankow, ein Achtligist aus dem Berliner Nordosten, für ein ganzes Land: Uganda.
Auf der Brust steht künftig "explore Uganda", der Name der Tourismuskampagne des ostafrikanischen Landes.
Wie kam es dazu?
Angefangen hat alles mit einem Kleinkind. Das Kind eines Mitarbeiters der ugandischen Botschaft in Berlin spielt in der G2, der jüngsten Gruppe des Vereins. Der Vater bot Hilfe bei der Finanzierung an, sagt Vereinschef Dirk Weißbach.
Während andere Jugendteams mit Kuchentheken und kleinen Sponsoren Geld sammeln, wurde es hier größer. Am Ende unterschrieb der Klub mit Vertretern der Botschaft einen Sponsoringvertrag. Laut Jessica Namuddu, die in der Botschaft für Tourismuswerbung zuständig ist, kostet das weniger als 10.000 Euro.
Das Logo tragen die erste Männermannschaft und die G-Jugend. Das Geld fließt laut Weißbach nur in die Ausrüstung, nicht in den Aufstieg. Für den Verein ist ein Deal dieser Größe "absolutes Neuland".
Warum ist das so kurios?
Der Klub wurde 1893 gegründet, hat rund 500 Kinder und 32 Teams. Uganda will, dass der Tourismus die Landwirtschaft als wichtigsten Wirtschaftszweig ablöst, und setzt dafür auf Sport. Im Januar richtet das Land den Afrika-Cup aus, das größte Fußballturnier des Kontinents.
Der Pankower Deal ist auch ein Test. Namuddu sagt, daraus könnten später Verträge mit größeren Klubs werden. Eine ugandische Fußball-Talkshow fand die Summe schon zu klein. Ihre Antwort: Eine Botschaft hat einfach nicht so viel Geld.
Das Nachbarland Ruanda hat viele Millionen Euro in Werbung bei Arsenal (seit 2021) und Bayern (seit 2023) gesteckt. Bayern hat die Partnerschaft, die zuletzt rund fünf Millionen Euro gebracht haben soll, nach Fankritik wegen "Sportswashing" (Imagepflege durch Sport) wieder beendet.
Auch in Uganda gibt es Missstände. Das Auswärtige Amt warnt LGBTQ-Reisende vor dem Land, das 2023 ein verschärftes Gesetz gegen Homosexualität verabschiedet hat. Weißbach will sich dazu nicht groß äußern: Als Sportverein sei man laut Satzung zur Neutralität verpflichtet.
Und was hat Bayern damit zu tun?
Tatsächlich schon zum zweiten Mal. Franz John, Mitgründer und erster Präsident des FC Bayern, war vor seinem Umzug nach Schwabing beim damaligen VfB Pankow tätig.
Zweimal versuchte der Verein deshalb, Kontakt zu den Bayern aufzunehmen. Der Brief an den damaligen Präsidenten Uli Hoeneß blieb persönlich unbeantwortet. Es kamen nur ein kurzes Statement und ein Paket mit Fanartikeln für die Jugend.
Die Beschäftigung mit der Geschichte hatte aber eine Folge: Seit November 2025 besitzt der Verein eine Grabstätte gegenüber dem Sportplatz. Verdiente Mitglieder können dort mit Blick aufs Stadion ihre letzte Ruhe finden.
Der Verlauf
Uganda-Sponsoring bei Berliner Amateurklub · 3 Ereignisse
Was vor und nach dieser Meldung passiert ist. Noch nicht beschriebene Hintergrund-Ereignisse hat eine KI zusammengefasst.



