Audi erwägt offenbar Erweiterung des US-Werks in Georgia um 3 Milliarden Dollar
Während in Neckarsulm nach 2030 das Aus droht, prüft Audi in Georgia offenbar eine zweite Bauphase: drei Milliarden Dollar mehr und 3000 zusätzliche Jobs.

Das neue US-Werk steht noch gar nicht, und Audi denkt schon größer. Gleichzeitig ist die Zukunft eines deutschen Standorts ungewiss. Genau dieser Kontrast sorgt für Aufmerksamkeit.
Was ist passiert?
Laut Unterlagen einer örtlichen Wirtschaftsförderungsbehörde, die am Donnerstag (Ortszeit) bekannt wurden, prüft Audi eine zweite Bauphase für das geplante Werk im US-Bundesstaat Georgia. Sie würde weitere 3 Milliarden Dollar kosten und bis 2033 3000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.
Audi wollte sich dazu nicht äußern. Die VW-Tochter hatte den ursprünglichen Plan am 25. Oktober verkündet: eine Fabrik für 4 Milliarden Dollar nahe der Stadt Macon. Ab Anfang der 2030er-Jahre sollen dort rund 4500 Beschäftigte jährlich 200.000 SUVs bauen.
Georgia lässt sich das einiges kosten. Audi bekommt ein Grundstück von etwa 600 Hektar, Steuererleichterungen von 458 Millionen Dollar und mehr als 550 Millionen Dollar an weiteren Fördergeldern. Das Geld fließt unter anderem in Infrastruktur, Bauarbeiten, Wasserversorgung und die Ausbildung von Fachkräften.
Warum reden alle darüber?
Eine große Rolle spielen die Zölle. Im vergangenen Jahr kosteten die US-Zölle auf Autos, Stahl, Aluminium und Bauteile Audi rund 1,2 Milliarden Euro. Bisher importiert das Unternehmen alle Fahrzeuge für den US-Markt aus Europa oder Mexiko.
Die Regierung von Präsident Donald Trump soll Autobauern, die massiv in die US-Produktion investieren, Zollerleichterungen in Aussicht gestellt haben. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, Audi habe darauf gedrängt, die Zölle auf EU-Importe von 15 auf 7,5 Prozent zu senken. Das US-Handelsministerium dürfte einem Satz von rund 10 Prozent zustimmen.
In Deutschland steht unterdessen das Audi-Werk in Neckarsulm nach 2030 womöglich vor der Schließung. Das macht die Nachricht aus Georgia für viele so bitter.
Was war vorher?
Am 24. Oktober trat Audi-Chef Gernot Döllner bei einem Wahlkampfauftritt von Trump in Perry (Georgia) auf die Bühne. Dort kündigte Trump das Werk an. Arbeitnehmervertreter und Politiker in Deutschland kritisierten den Auftritt scharf.
IG-Metall-Chefin und VW-Aufsichtsrätin Christiane Benner sagte: „Ich habe mich fremdgeschämt.“
Und jetzt?
Die zweite Bauphase wird bisher nur geprüft, Audi hat sie nicht bestätigt. Auch die Entscheidung des Handelsministeriums über den Zollsatz steht noch aus.
Der Verlauf
Audi-Werk in Georgia: Ausbau und Streit · 3 Ereignisse
Was vor und nach dieser Meldung passiert ist. Noch nicht beschriebene Hintergrund-Ereignisse hat eine KI zusammengefasst.


