Japaner Kozo Tashima will Gianni Infantino als FIFA-Präsident herausfordern
Der 68-jährige Kozo Tashima aus Japan kündigt an, gegen FIFA-Boss Gianni Infantino anzutreten. Ob Europa ihn unterstützt, ist noch offen.

Bekommt Gianni Infantino endlich einen Gegenkandidaten? Der Japaner Kozo Tashima hat angekündigt, FIFA-Präsident werden zu wollen.
Der 68-Jährige gab das nach einer Vorstandssitzung des japanischen Verbands JFA bekannt. "Ich habe mich entschieden, für das Amt des FIFA-Präsidenten zu kandidieren", sagte er.
Was ist passiert?
Tashima sieht seine Kandidatur nicht nur als Machtkampf. "Es geht nicht um Gewinnen oder Verlieren, sondern darum, der Welt die ehrliche, solide und aufrichtige Haltung zu vermitteln, die der japanische Fußball entwickelt hat", sagte er. Genau diese Werte brauche die FIFA jetzt.
Er kennt den Fußball aus vielen Perspektiven. Tashima machte sieben Länderspiele für Japan, studierte in den 80ern an der Deutschen Sporthochschule Köln und arbeitete für Bayer Leverkusen. Später trainierte er Japans U17 und U20 und stieg im Verband vom Generalsekretär zum Präsidenten auf. Heute ist er Ehrenpräsident, sitzt im FIFA-Rat (wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf) und im Exekutivkomitee des asiatischen Verbands AFC.
Steht Europa hinter ihm?
Das ist die große Frage. Der "Guardian" berichtet, Tashima habe Unterstützung aus Europa. Die UEFA wurde gefragt, ob er der Kandidat der von Europa angeführten Opposition ist.
Tashima selbst gab sich im japanischen Fernsehen zurückhaltend: Von europäischer Unterstützung könne "zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt keine Rede sein". Er wolle nun mit seinem Wahlprogramm um Rückhalt werben.
Was braucht er jetzt?
Um zur Wahl zugelassen zu werden, braucht ein Kandidat die offizielle Unterstützung von mindestens fünf der 211 FIFA-Mitgliedsverbände, darunter der DFB. Kandidatur und Erklärungen müssen bis 18. November bei der FIFA eingehen. Gewählt wird beim FIFA-Kongress in Rabat (Marokko) am 18. März 2027. Außerdem muss er eine Eignungsprüfung bestehen.
Infantino hat seine Machtbasis nach dem gescheiterten Investorendeal weitgehend wieder aufgebaut. Südamerika, große Teile Ozeaniens und Asiens sowie die meisten afrikanischen Verbände stehen hinter ihm. Der AFC sagte ihm "uneingeschränkte Unterstützung" zu, stimmberechtigt sind aber nur die Nationalverbände.
Und davor?
Infantino wurde 2016 in Zürich als Nachfolger von Sepp Blatter gewählt und 2023 in Kigali ohne Gegenkandidat bestätigt.
Die von der UEFA angeführte Opposition hatte bislang nur ein Profil, aber keine Person benannt. Außerdem fordert die UEFA in den USA gerichtlich Dokumente zum Investorendeal ein.
Der Verlauf
Tashima fordert Infantino bei FIFA-Wahl heraus · 3 Ereignisse
Was vor und nach dieser Meldung passiert ist. Noch nicht beschriebene Hintergrund-Ereignisse hat eine KI zusammengefasst.



