Kamila Sellier kann nach Olympia-Sturz noch nicht trainieren: „So will ich nicht leben“
Monate nachdem ihr eine Schlittschuhkufe ins Gesicht traf, sieht die Polin Kamila Sellier noch immer doppelt und weiß nicht, ob sie je wieder Rennen läuft.

Die polnische Shorttrackerin Kamila Sellier ist nach ihrem Sturz bei Olympia dem Schlimmsten entgangen. Doch neun Monate später kann sie noch immer nicht aufs Eis, und sie sagt, selbst ein Spaziergang mit ihrem Hund fällt ihr manchmal schwer.
Was bisher geschah
Im Viertelfinale über 1500 m der Frauen bei den Olympischen Winterspielen stürzte Sellier. Die Kufe der US-Läuferin Kristen Griswold-Santos traf sie im Gesicht, direkt unter der Brille. Der Wangenknochen fing die ganze Wucht des Schlags ab.
Sie wurde mit einem Sichtschutz vor dem Publikum abgeschirmt und auf einer Trage hinausgebracht. Bevor sie ging, hob sie den Daumen, um den Fans zu zeigen, dass sie bei Bewusstsein war. Sie hätte ihr Augenlicht verlieren können, doch das geschah nicht. Später wurde ihre Augenhöhle operativ wiederhergestellt.
Wie geht es ihr jetzt?
Im April sagte Sellier, sie wisse wegen der Doppelbilder nicht, wann sie ins Training zurückkehren könne. Im August kam sie kurz zurück, musste aber schnell wieder aufhören.
Gegenüber TVP Sport erzählte sie, es habe mit Augenschmerzen und ständigen Kopfschmerzen angefangen. Sie sei dauernd müde gewesen und habe zwischen den Einheiten nur geschlafen. Auch ihre Koordination litt. Nach einem Trainingslager ging sie mit ihrem Hund raus und musste sofort umkehren, weil ihr schwindelig wurde.
„So will ich weder trainieren noch leben“, sagte sie.
Ihre Sehschärfe sei gut, sagt sie. Das Problem tritt auf, wenn sie nach oben oder unten schaut. Sie vermutet, dass die Muskeln ihres linken Auges nach der Verletzung nicht kräftig genug sind. In der Rennhaltung müssen Läuferinnen und Läufer ständig nach oben schauen, anderthalb bis zwei Stunden am Tag. „Das ist, als würde man ununterbrochen schielen“, erklärte sie. Solange die Doppelbilder nicht verschwinden, könne sie nicht Eis laufen, sagt sie.
Wie geht es weiter?
Sie hat die Ärzte gefragt, ob es mit der Zeit besser wird. Ihren Angaben nach haben alle Nein gesagt. Nun stehen Gespräche mit einem Strabologen (Facharzt für Augenmuskeln) an, und womöglich ist eine weitere Operation an den Augenmuskeln nötig. Sie will wissen, wie groß die Chance ist, dass sie hilft, und welche Risiken für Komplikationen bestehen.
Über den Sturz zu sprechen fällt ihr heute schwerer als direkt danach, weil sie nun weiß, was er ausgelöst hat. „Ich weiß, dass es nie wieder so sein wird wie früher.“ Sie möchte sehr gern wieder Rennen laufen, aber, in ihren Worten, nicht um jeden Preis.
Der Verlauf
Kamila Selliers Verletzung nach dem Olympia-Sturz · 2 Ereignisse
Was vor und nach dieser Meldung passiert ist. Noch nicht beschriebene Hintergrund-Ereignisse hat eine KI zusammengefasst.



