Italienischer Koch gefeuert, weil er keine Ananas auf Pizza legen wollte
Ein Chefkoch in Brisbane sah Ananas auf Pizza als Beleidigung seiner Kultur. Das Arbeitsgericht bestätigte seine Kündigung – das Restaurant ist inzwischen zu.

Pizza Hawaii hat viele Fans. Aber eben auch viele Hasser, und einer von ihnen hat deswegen jetzt seinen Job verloren.
Davide Tamburella, ein italienischer Chefkoch in Australien, weigerte sich, Ananas auf Pizzen zu legen. Sein Arbeitgeber trennte sich von ihm.
Was ist passiert? 🍍
Tamburella arbeitete als Küchenchef im Restaurant „La Costa“ in Brisbane. Das Lokal gab sich online als elegantes Stück Italien in Australien, auf der Karte standen klassische italienische Gerichte. Nur die Ananas passte nicht ins Bild.
Wie aus einer veröffentlichten Entscheidung der Fair Work Commission (Australiens Arbeitsrechtskommission, eine Art Schiedsgericht) hervorgeht, wurde er im Mai entlassen. Zwei Wochen vorher hatte ihn sein Chef Elliot Ingram zum Gespräch gebeten. Einer der Streitpunkte: seine wiederholte Weigerung, Pizza mit Ananas zuzubereiten.
Warum ging es so weit?
Für den Restaurantbetreiber war die Verweigerung ein Geschäftsrisiko. Bei einer Veranstaltung habe er Geld verloren, weil der Kunde ausdrücklich Pizza Hawaii bestellt, aber nicht bekommen habe.
Tamburella gab zu, die Anweisung zum dritten Mal verweigert zu haben. Er nannte Ananas auf Pizza eine Beleidigung seiner Kultur. Stattdessen soll er vorgeschlagen haben, der Kunde solle sich informieren, wie wichtig es Italienern ist, keine Ananas auf Pizza zu legen.
Das bedeutete das Aus. Er wehrte sich gegen die Kündigung, aber das Gericht wies die Klage ab.
Und was wurde aus allen Beteiligten?
Das „La Costa“ gibt es nicht mehr. Es schloss im Juli, nachdem der Mietvertrag ausgelaufen war.
Tamburella soll inzwischen in einem anderen italienischen Lokal arbeiten. Eine Zutat sucht man dort angeblich ebenfalls vergeblich: Ananas.



