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Bis zu 1,6 Millionen Menschen demonstrieren am 5. November in Frankreich

Laut Veranstaltern gingen in Frankreich 1,6 Millionen Menschen für höhere Löhne und gegen hohe Preise auf die Straße, die Behörden zählten 575.000. Wie geht es weiter?

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A large crowd of protesters with banners and red union vests marches through a French city street during the national day of action.
Bild: franceinfo

1,6 Millionen Menschen oder 575.000? Das hängt davon ab, wer zählt. Klar ist: Am Donnerstag, dem 5. November, waren Frankreichs Straßen voll, und die Demonstrierenden fragen sich jetzt, wie es weitergeht.

Was ist passiert?

Die Gewerkschaften hatten zu einem landesweiten Aktionstag für Löhne, Kaufkraft und öffentliche Dienste aufgerufen. Es gab rund 200 Kundgebungen. Die Veranstalter, darunter die CGT (eine der größten Gewerkschaften Frankreichs), zählten etwa 1,6 Millionen Teilnehmende. Die Behörden nannten 575.000, davon 65.000 in Paris. Die CGT sprach von 350.000 in der Hauptstadt.

In Douai im Norden Frankreichs schätzte ein örtlicher CGT-Chef 1.000 bis 1.200 Menschen, ein Drittel mehr als am 17. Oktober. In Limoges zählte die lokale CGT 17.000. In der Menge waren Gymnasiasten, Rentner, Bahnbeschäftigte, Lehrkräfte und Beamte.

Die Demonstrationen verliefen überwiegend friedlich, aber nicht ganz. In Paris meldete die Polizei Sachschäden durch Vermummte entlang der Route. In der Nähe von Toulouse wurde eine Schule nach einem Brand evakuiert. Rund 70.000 Polizisten und Gendarmen waren im Einsatz, die Zahl der Festnahmen wird mit 448 angegeben.

Warum gehen die Menschen weiter auf die Straße?

Für viele geht es ums Geld. Eine 55-jährige Krankenschwester in Limoges sagt, sie gebe wegen der Arzttermine ihres Sohnes 200 Euro pro Woche für Sprit aus. In Douai kostete Bleifrei an einer Tankstelle 2,349 Euro pro Liter.

Das war nicht die erste Runde. Die Gewerkschaften kündigten den Tag am 1. Oktober an, nach wochenlangen Schülerprotesten. Danach folgten drei Samstagsdemos gegen die hohen Lebenshaltungskosten, darunter eine am 17. Oktober. An diesem Tag brannten Teile des Dachs und des Glockenturms des Rathauses von Limoges. Die Krankenschwester bedauert die Gewalt, sagt aber, auch verlorene Jobs und geschlossene Krankenhäuser seien Gewalt.

Wie geht es weiter?

Nach zwei Monaten sind einige müde. Ein Schüler aus Douai sagt, er sei erschöpft vom frühen Aufstehen, um seine Schule zu blockieren. Elsa, 23, die mit Familien in prekären Lagen arbeitet, will weiter demonstrieren, „notfalls bis zur Präsidentschaftswahl“.

Andere wollen den Druck erhöhen. Ein CGT-Vertreter beim Hersteller Legrand fordert Blockaden in Fabriken. Feuerwehrleute, die seit dreieinhalb Monaten streiken, wollen weitermachen.

Der Amtssitz des Premierministers, Matignon, richtet am Montag eine „Sozialkonferenz“ mit Gewerkschaften und Arbeitgebern aus, kündigte Sébastien Lecornu an. Die CGT sagt, für Samstag seien weitere Aktionen zu Jugend, Löhnen und Lebenshaltungskosten geplant.

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Französische Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten · 5 Ereignisse

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